Darum lohnt sich das Studium in Ostdeutschland.

Die meisten Studierenden wünschen sich, in der Nähe ihrer Heimat studieren zu können. Deshalb wagten nur wenige ein Studium in einem anderen Bundesland und erst recht nicht in die neuen Bundesländer. Zudem bestand zwischen den Fakultäten im Westen und Osten eine große Differenz. Viele Jahre haftete an den Universitäten in Ostdeutschland ein schlechtes Image. Meinungsumfragen, die unter Studenten durchgeführt wurden, nannten schlechte Arbeitschancen sowie eine hohe Ausländerfeindlichkeit.

Vielleicht denken Viele bei ostdeutschen Städten an einsame Plattenbausiedlungen oder einen tristen Universitätscampus? Dies gehört schon lange der Vergangenheit an. Gerade Städte, wie Leipzig, Dresden oder Greifswald haben Studenten einiges zu bieten. So stieg der Anteil an Studenten in diesen Städten sehr hoch an. Dadurch konnte sich auch ein pulsierendes Studentenleben mit Bars, Clubs und Campus-Aktivitäten etablieren.

 

Wandel in den Studiengewohnheiten

Dieses ursprünglich eher negative Bild hat sich jedoch schon seit Jahren gewandelt. Immer mehr Interessiere möchten ein Studium in den neuen Bundesländern durchführen. Zudem steigt die Zahl der Studenten im Osten stetig an. Eine Befragung unter Studenten führte auch hier zu dem Ergebnis, dass die jenigen, die im Osten studieren, mit ihrem Studium zufriedener sind. Die dort befindlichen Fakultäten werden stark vom Staat subventioniert. Den Hochschulen stehen daher Gelder zur Verfügung, welche wiederum den Studenten zugutekommen. Daneben ist die Betreuung der Studenten in den neuen Bundesländern, besser. Die Fakultäten verfügen zudem über modernere Gebäude und besser ausgestaltetere Arbeitsplätze. Die Universitäten sind sogar in der Lage, einen großen Andrang zu bewältigen. Aufgrund des guten Ausbaus der Fakultäten bekommt jeder Studierende im Hörsaal einen Sitz und hat sogar genügend Platz.

Hinzu kommt, dass der Wohnraum im Osten konkurrenzlos billig ist. Alle günstigen Studentenstädte Deutschlands liegen im Osten. Studierende können hier zum Beispiel ein WG-Zimmer schon für weniger als 250,00 € erhalten. So beträgt die Durchschnittsmiete, die ein Student berappen muss, in Chemnitz gerade einmal durchschnittlich 211,00 €, gefolgt von Dresden mit 247,00 Euro. Es folgen Erfurt und Halle mit jeweils 248,00 Euro. In München kostet ein vergleichbares Zimmer etwa das Doppelte. Städte, wie Freiberg, Zwickau, Erfurt, Weimar, Jena, Dresden, Chemnitz oder Magdeburg zählen zu den günstigsten Hochschulstädten Deutschlands.

 

Der Osten hat aufgeholt

Nach der deutschen Einheit 1990 hingen die ostdeutschen Hochschulen zunächst deutlich hinterher. Die Universitäten galten als ideologisiert oder militarisiert. Daneben befanden sie sich baulich nicht gerade in einem guten Zustand. Es bestand also Handlungsbedarf. Viele Professoren waren politisch belastet, wodurch nahezu keiner der Professoren nach der Wiedervereinigung weiter übernommen wurde. Da die ostdeutschen Hochschulen als „politisch gleichgeschaltet“ galten, wurden sie von westdeutschen Hochschulen „vereinnahmt“. Ihnen wurden westdeutsche Modelle übergestülpt. Als Folge gab es zunächst eine nur schleppende Aufwärtsentwicklung im Osten, die sich noch dazu unterschiedlich entwickelte. Dennoch kamen traditionsreiche Hochschulen wie Leipzig, Jena oder Dresden schnell wieder auf die Beine. Zudem erfolgten im Osten zahlreiche Neugründungen.

Weiterer Vorteil der Hochschulen der neuen Bundesländer ist der niedrigere NC. Teilweise existieren überhaupt keine Zulassungsbeschränkungen. So sind zum Beispiel an der TU Chemnitz alle Studiengänge zulassungsfrei. An der Universität Jena ist es etwa die Hälfte. Die Universität Halle-Wittenberg besitzt insgesamt 138 Studiengänge, die allesamt nicht von der Abiturnote abhängig sind.

 

Kampagne „Studium in Fernost“

Durch die Kampagne „Studieren in Fernost“ begleitet der Bund den Hochschulpakt 2020. Mit dieser Maßnahme verpflichten sich 43 von 65 ostdeutschen Hochschulen, ihre Kapazitäten auf weiter hohem Niveau zu halten. Mittlerweile entscheiden sich immer mehr Studierende aus den alten Bundesländern für ein Studium in Osten. Neben den traditionellen Hochschulstandorten, wie Leipzig, Dresden oder Rostock gibt es auch kleinere Standorte, die im Westen auch weniger bekannt sind.

In Ilmenau verfügt die dortige TU über einen hoch entwickelten ingenieurwissenschaftlichen Campus. Die TU Bergakademie in Freiberg besitzt Weltruf, während Studierende in Greifswald Pharmazie, Biochemie, Informatik und Physik studieren können. Weitere „neue“ Studienorte sind Chemnitz, Cottbus, Frankfurt an der Oder und Neubrandenburg. Internet.

Hinzu kam, dass die Ost-Hochschulen keine Studiengebühren mehr verlangten. Mittlerweile werden diese nirgends mehr erhoben. Zudem verfügen die ostdeutschen Hochschulen über ein hohes Niveau in nicht überfüllten Hörsälen. Die Ausstattung ist moderner und das Verhältnis Studierender pro Professor ist geringer. Hinzu kommt eine brillante Forschung, die alleine durch den Bund durch das Programm „Spitzenforschung und Innovationen in den neuen Ländern“ mit 220 Millionen Euro gefördert wurde.

 

Geschenke und Praxisnähe ostdeutscher Hochschulen

Ostdeutsche Hochschulen sind für ihre besonders gute Praxisnähe bekannt. Die fünf deutschen TUs in Cottbus, Ilmenau, Chemnitz, Freiberg und Dresden verfügen über fachlich anspruchsvolle sowie inhaltlich gute Studiengänge. Sie besitzen nicht nur eine hervorragende technische Ausstattung, sondern auch eine enge Verbindung zur Wirtschaft.

Bei der Universität Potsdam erhalten Erstsemester, welche neu in die Region ziehen eine Bahncard 50. Auch bei anderen Fakultäten ist es wohl Trend, Erstsemestern hochwertige Geschenke zu machen. Die Ursache liegt in einem immer stärker werdenden Wettbewerb um Studenten. Studierende sind zu einem zunehmenden Wirtschaftsfaktor geworden. Hinzu kommt, dass Städte und Gemeinden für jeden neuen Einwohner Geld erhalten. In Frankfurt/Oder können Studierende sogar für ein Semester frei von der Grundmiete wohnen, wenn sie dort ihren Erstwohnsitz anmelden.

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